a)Wird Wiedere­in­set­zung in den vorigen Stand mit der Behaup­tung begehrt, ein frist­ge­bun­den­er Schrift­satz sei auf dem Post­weg ver­loren gegan­gen, ist Wiedere­in­set­zung in den vorigen Stand nur dann zu gewähren, wenn der An-trag­steller auf der Grund­lage ein­er aus sich her­aus ver­ständlichen, geschlosse­nen Schilderung der tat­säch­lichen Abläufe bis zur rechtzeit­i­gen Auf­gabe des in Ver­lust ger­ate­nen Schrift­satzes zur Post dar­legt und glaub­haft macht, dass der Ver­lust mit über­wiegen­der Wahrschein­lichkeit nicht im Ver­ant­wor­tungs­bere­ich der Partei oder ihres Prozess­bevollmächtigten einge­treten ist (Fes­thal­tung BGH, 16.August 2016 ‑VI ZB 40/15, NJW-RR 2016, 1402).

b)Die Partei muss im Rah­men ihres Antrages auf Wiedere­in­set­zung gemäß §236 Abs. 2 Satz1 ZPO die die Wiedere­in­set­zung begrün­den­den Tat­sachen vor­tra­gen und glaub­haft machen. Die Schilderung der tat­säch­lichen Abläufe muss eine lück­en­lose, nicht nur auf all­ge­meine Ver­mu­tun­gen oder Erfahrungswerte gegrün­dete Darstel­lung des Weges des konkreten Schrift­stücks in den dafür vorge­se­henen Postaus­gangsko­rb als der let­zten Sta­tion auf dem Weg zum Adres­sat­en enthal­ten und den hin­re­ichend sicheren Schluss erlauben, dass das Schrift­stück nach der Unter­schrift durch den Prozess­bevollmächtigten nur in das Aus­gangs­be­hält­nis gelangt sein kon­nte und nicht unter­wegs liegen geblieben, ver­loren gegan­gen oder fehlgeleit­et wor­den war.

(Fes­thal­tung BGH, Beschlüsse vom 7. Jan­u­ar 2015 — IVZB 14/14, BRAK-Mit­t2015, 74 und vom 11. Juli 2017 — VIII ZB 20/17, juris)

Weit­ere Infor­ma­tio­nen: http://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bgh&Art=en&Datum=Aktuell&Sort=12288&Seite=5&nr=97343&pos=156&anz=451