, Beschluss vom 09.07.2019

a)Wird Wie­der­ein­set­zung in den vori­gen Stand mit der Behaup­tung begehrt, ein frist­ge­bun­de­ner Schrift­satz sei auf dem Post­weg ver­lo­ren gegan­gen, ist Wie­der­ein­set­zung in den vori­gen Stand nur dann zu gewäh­ren, wenn der An-trag­stel­ler auf der Grund­la­ge einer aus sich her­aus ver­ständ­li­chen, geschlos­se­nen Schil­de­rung der tat­säch­li­chen Abläu­fe bis zur recht­zei­ti­gen Auf­ga­be des in Ver­lust gera­te­nen Schrift­sat­zes zur Post dar­legt und glaub­haft macht, dass der Ver­lust mit über­wie­gen­der Wahr­schein­lich­keit nicht im Ver­ant­wor­tungs­be­reich der Par­tei oder ihres Pro­zess­be­voll­mäch­tig­ten ein­ge­tre­ten ist (Fest­hal­tung BGH, 16.August 2016 ‑VI ZB 40/15, NJW-RR 2016, 1402).

b)Die Par­tei muss im Rah­men ihres Antra­ges auf Wie­der­ein­set­zung gemäß §236 Abs. 2 Satz1 ZPO die die Wie­der­ein­set­zung begrün­den­den Tat­sa­chen vor­tra­gen und glaub­haft machen. Die Schil­de­rung der tat­säch­li­chen Abläu­fe muss eine lücken­lo­se, nicht nur auf all­ge­mei­ne Ver­mu­tun­gen oder Erfah­rungs­wer­te gegrün­de­te Dar­stel­lung des Weges des kon­kre­ten Schrift­stücks in den dafür vor­ge­se­he­nen Post­aus­gangs­korb als der letz­ten Sta­ti­on auf dem Weg zum Adres­sa­ten ent­hal­ten und den hin­rei­chend siche­ren Schluss erlau­ben, dass das Schrift­stück nach der Unter­schrift durch den Pro­zess­be­voll­mäch­tig­ten nur in das Aus­gangs­be­hält­nis gelangt sein konn­te und nicht unter­wegs lie­gen geblie­ben, ver­lo­ren gegan­gen oder fehl­ge­lei­tet wor­den war.

(Fest­hal­tung BGH, Beschlüs­se vom 7. Janu­ar 2015 — IVZB 14/14, BRAK-Mit­t2015, 74 und vom 11. Juli 2017 — VIII ZB 20/17, juris)

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen: http://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bgh&Art=en&Datum=Aktuell&Sort=12288&Seite=5&nr=97343&pos=156&anz=451