(Kiel) Der Bun­des­ge­richts­hof hat sich in einer Ent­schei­dung mit den Anfor­de­run­gen an die Begrün­dung einer Eigen­be­darfs­kün­di­gung des Ver­mie­ters befasst.


Dar­auf ver­weist der Kie­ler Rechts­an­walt Jens Klar­mann, Lan­des­re­gio­nal­lei­ter „Schles­wig-Hol­stein“ der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­ge­richts­hofs (BGH) vom 30.04.2014 zu sei­nem Urteil vom sel­ben Tage, Az. VIII ZR 284/13.


Die Beklag­ten sind seit dem Jahr 1999 Mie­ter einer 158 qm gro­ßen Woh­nung der Klä­ger in Essen. Mit Schrei­ben vom 23. Okto­ber 2012 erklär­ten die Klä­ger die Kün­di­gung des Miet­ver­hält­nis­ses mit der Begrün­dung, ihre Toch­ter, die bis­her eine 80 qm gro­ße Woh­nung in der benach­bar­ten Dop­pel­haus­hälf­te bewoh­ne, benö­ti­ge die grö­ße­re Woh­nung der Beklag­ten, um dort mit ihrem Lebens­ge­fähr­ten einen gemein­sa­men Haus­stand zu begrün­den.


Das Amts­ge­richt hat der Räu­mungs­kla­ge statt­ge­ge­ben, das Land­ge­richt hat sie unter Abän­de­rung des erst­in­stanz­li­chen Urteils abge­wie­sen.


Die vom Senat zuge­las­se­ne Revi­si­on, mit der die Klä­ger die Wie­der­her­stel­lung des amts­ge­richt­li­chen Urteils erstre­ben, hat­te Erfolg. Der unter ande­rem für das Wohn­raum­miet­recht zustän­di­ge VIII. Zivil­se­nat des Bun­des­ge­richts­hofs hat ent­schie­den, dass es nicht erfor­der­lich war, den Lebens­ge­fähr­ten in dem Kün­di­gungs­schrei­ben nament­lich zu benen­nen. Das Begrün­dungs­er­for­der­nis in § 573 Abs. 3 BGB soll gewähr­leis­ten, dass der Kün­di­gungs­grund der­art kon­kre­ti­siert ist, dass er von ande­ren Kün­di­gungs­grün­den unter­schie­den wer­den kann. Die­se Kon­kre­ti­sie­rung ermög­licht es dem Mie­ter, der die Kün­di­gung nicht hin­neh­men will, sei­ne Ver­tei­di­gung auf den ange­ge­be­nen Kün­di­gungs­grund aus­zu­rich­ten, denn eine Aus­wech­se­lung des Kün­di­gungs­grun­des ist dem Ver­mie­ter ver­wehrt. Im Fal­le der Eigen­be­darfs­kün­di­gung genügt es, die Eigen­be­darfs­per­son – hier die Toch­ter – iden­ti­fi­zier­bar zu benen­nen und das Inter­es­se dar­zu­le­gen, das die­se an der Erlan­gung der Woh­nung hat. Inso­weit reicht die Anga­be, dass die Toch­ter in die grö­ße­re Woh­nung der Beklag­ten zie­hen wol­le, um dort mit ihrem Lebens­ge­fähr­ten einen gemein­sa­men Haus­stand zu begrün­den.


Klar­mann emp­fahl daher, dies zu beach­ten und bei Fra­gen auf jeden Fall Rechts­rat ein­zu­ho­len, wobei er in die­sem Zusam­men­hang u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de — ver­wies.

 

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