(Kiel) Die 4b Zivil­kam­mer des Land­ge­richts Düs­sel­dorf hat am 16. August 2012 ent­schie­den, dass auch ohne ent­spre­chen­de Lizenz her­ge­stell­te Kaf­fee­kap­seln für Nes­pres­so-Maschi­nen wei­ter­hin unein­ge­schränkt in Deutsch­land ver­kauft wer­den dür­fen.

Dies woll­te die Inha­be­rin der Paten­te an Nes­pres­so-Kaf­f­e­ma­schi­nen, die Nestec S. A. mit Sitz in der Schweiz, durch gegen zwei ande­re Schwei­zer Fir­men gerich­te­te Eil­an­trä­ge ver­hin­dern.

Dar­auf ver­weist der Frank­fur­ter Rechts­an­walt und Fach­an­walt für gewerb­li­chen Rechts­schutz Dr. Jan Felix Ise­le von der Kanz­lei DANCKELMANN UND KERST, Vize­prä­si­dent der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die ent­spre­chen­de Mit­tei­lung des Land­ge­richts (LG) Düs­sel­dorf vom 16.08.2012 zu sei­nen Urtei­len vom sel­ben Tage, Az. 4b O 81/12 und 4b O 82/12.

Die Nestec S. A. (Antrag­stel­le­rin) ist Inha­be­rin des in Nes­pres­so-Maschi­nen genutz­ten Patents über eine Vor­rich­tung zum Extra­hie­ren von Kaf­fee­kap­seln. Sie und ihre Lizenz­neh­mer pro­du­zie­ren die von die­sem Patent geschütz­ten Nes­pres­so-Maschi­nen­mo­del­le sowie die dazu­ge­hö­ri­gen Ori­gi­nal­kap­seln. Auch die Antrags­geg­ne­rin­nen ver­kau­fen — bis zu einem Drit­tel güns­ti­ger — Kaf­fe­kap­seln mit dem Zusatz “geeig­net für Nes­pres­so-Maschi­nen”. Dies woll­te die Antrag­stel­le­rin unter­bin­den.

Nach Auf­fas­sung der Kam­mer dür­fe der Käu­fer einer Nes­pres­so-Maschi­ne jedoch erwar­ten, dass er die­se nicht ledig­lich mit den mit­ge­lie­fer­ten Ori­gi­nal-Kap­seln benut­zen kön­ne. Da der Käu­fer durch den Erwerb der patent­ge­schütz­ten Nes­pres­so-Maschi­ne berech­tigt wer­de, die­se bestim­mungs­ge­mäß zu gebrau­chen, lie­ge kei­ne Patent­ver­let­zung vor, wenn der Käu­fer Kap­seln von ande­ren Her­stel­lern nut­ze. Die Kaf­fee­kap­sel sei zwar für die Inbe­trieb­nah­me der patent­ge­schütz­ten Nes­pres­so-Maschi­ne uner­läss­lich, jedoch nicht deren funk­tio­na­les „Herz­stück”. Eben­so wenig ver­kör­pe­re sie eine beson­de­re Eigen­schaft der Erfin­dung.

Die Antrag­stel­le­rin kann gegen die Urtei­le Beru­fung zum Ober­lan­des­ge­richt Düs­sel­dorf ein­le­gen.

Rechts­an­walt Dr. Ise­le emp­fahl, dies zu beach­ten und in allen Zwei­fels­fra­gen auf jeden Fall Rechts­rat ein­zu­ho­len, wobei er in die­sem Zusam­men­hang u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de — ver­wies.

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