(Kiel) Eine Hun­de­hal­te­rin, die in die Bei­ße­rei zwei­er Hun­de ein­griff, um ihr eige­nes Tier zu schüt­zen, dabei von dem frem­den Hund gebis­sen und ver­letzt wur­de, erhält von der Hal­te­rin des frem­den Tie­res nur antei­li­gen Scha­dens­er­satz und Schmer­zens­geld.

Dies, so der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die ent­spre­chen­de Mit­tei­lung des Ober­lan­des­ge­richts Hamm (OLG) vom 15.11.2011 zu sei­nem Urteil vom 17. Okto­ber 2011 (I‑6 U 72/11), hat der 6. Zivil­se­nat des OLG in der Beru­fungs­in­stanz ent­schie­den und damit die erst­in­stanz­li­che Ent­schei­dung des Land­ge­richts Essen (Urteil vom 01.03.2011, 20 O 14/11) teil­wei­se abge­än­dert.

Der Hund der Beklag­ten riss sich im Win­ter 2009 im Enne­pe-Ruhr-Kreis von sei­ner Lei­ne los, stürz­te auf den ange­lein­ten knur­ren­den Hund der Klä­ge­rin zu und biss die­sen mehr­fach. Die jetzt 44 Jah­re alte Klä­ge­rin hielt schüt­zend die Hand über den Kopf ihres Tie­res, als der frem­de Hund erneut zubiss und das ers­te Glied des lin­ken Zei­ge­fin­gers der Klä­ge­rin abtrenn­te.

Die gegen die frem­de Hun­de­hal­te­rin gerich­te­te Kla­ge auf Zah­lung von Schmer­zens­geld und Scha­dens­er­satz war erst in zwei­ter und letz­ter Instanz teil­wei­se erfolg­reich. Auch wenn die Klä­ge­rin in berech­tig­ter Sor­ge um ihr Tier ein­griff, muss­te sie nach den Aus­füh­run­gen des Senats wis­sen, dass ihr Han­deln die Gefahr mit sich bringt, selbst gebis­sen und ver­letzt zu wer­den. Ihr Mit­ver­schul­den hat der Senat mit 50% bewer­tet, das ver­lang­te Schmer­zens­geld und den Ver­dienst­aus­fall ent­spre­chend gekürzt und ihr inso­weit gut 3.000 Euro zuer­kannt.

Auch die bezahl­ten Tier­arzt­kos­ten bekommt die Klä­ge­rin nur antei­lig, gekürzt um die Tier­ge­fahr des eige­nen Hun­des, ersetzt. Ihr ste­hen nach den Aus­füh­run­gen des Senats nur 75% die­ser Auf­wen­dun­gen zu, weil sich inso­weit ihr Ein­grei­fen nicht aus­ge­wirkt habe.

Klar­mann emp­fahl, dies zu beach­ten und bei Fra­gen auf jeden Fall Rechts­rat ein­zu­ho­len, wobei er in die­sem Zusam­men­hang u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de — ver­wies.

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Jens Klar­mann
Rechts­an­walt
Fach­an­walt für Arbeits­recht
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