(Kiel)  Das Land­ge­richt Coburg hat ent­schie­den, dass ein Jugend­li­cher, der sich nach einem uner­laub­ten Betre­ten eines Grund­stücks zum Baden in einem Bag­ger­see ver­letzt, kei­ne Ansprü­che aus Ver­let­zung der Ver­kehrs­si­che­rungs­pflicht gegen den Grund­stücks­ei­gen­tü­mer her­lei­ten kann.

Dar­auf ver­weist der Stutt­gar­ter Rechts­an­walt und Fach­an­walt für Arbeits- und Erbrecht Micha­el Henn, Vize­prä­si­dent der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel unter Hin­weis auf das am 23.11.2009 ver­öf­fent­lich­te Urteil des Land­ge­richts Coburg vom 08.04.2009, Az.: 13 O 734/08, bestä­tigt durch das Urteil des Ober­lan­des­ge­richts Bam­berg vom 18.09.2009, Az. 6 U 23/09.


Beim Baden am Bag­ger­see fiel ein damals 13-Jäh­ri­ger von einem Bade­steg auf einem Pri­vat­grund­stück in das seich­te Was­ser. Dabei ver­letz­te er sich an der Wir­bel­säu­le. Des­we­gen woll­te er vom Eigen­tü­mer des Grund­stücks 20.000 € Schmer­zens­geld. Der Klä­ger hat­te mit ande­ren Jugend­li­chen das Pri­vat­grund­stück mit dem Bade­steg eigen­mäch­tig zum Baden betre­ten. Er mein­te, dass die Benut­zung des Grund­stücks und des Bade­stegs durch ein für jeder­mann erkenn­bar auf­ge­stell­tes Ver­bots­schild hät­te unter­sagt wer­den müs­sen. Zudem sei der Bade­steg aus Holz schad­haft und rut­schig gewe­sen. Der beklag­te Grund­stücks­ei­gen­tü­mer ver­tei­dig­te sich damit, dass er die Nut­zung an dem See­grund­stück einem Drit­ten über­las­sen habe. Die­ser habe auch den Bade­steg errich­tet, der sich in einem ein­wand­frei­en Zustand befun­den habe.


Das Land­ge­richt Coburg wies die Kla­ge ab. Es stell­te fest, dass der Grund­stücks­ei­gen­tü­mer für den Steg nicht ver­ant­wort­lich ist, weil er ihn gar nicht gebaut hat­te. Dar­über hin­aus sei­en die Gefah­ren, die vom Bade­steg aus­gin­gen, für jeder­mann – auch für einen 13-Jäh­ri­gen – erkenn­bar gewe­sen. Es sei all­ge­mein bekannt, dass nas­se Holz­plan­ken rut­schig sind. Davor müs­se nicht auch noch mit einem Schild gewarnt wer­den. Soweit das Holz des Stegs aus­ge­bro­chen war, habe auch dies auch jeder leicht sehen kön­nen.


Auch das Ober­lan­des­ge­richt Bam­berg, so betont Henn,  hat die­se Ent­schei­dung des Land­ge­richts Coburg bestä­tigt und die Beru­fung des Klä­gers zurück­ge­wie­sen.


Das Ober­lan­des­ge­richt hat aus­drück­lich fest­ge­stellt, dass ein frem­des Grund­stück nicht eigen­mäch­tig betre­ten wer­den darf und dar­auf nicht auch noch durch ein Ver­bots­schild hin­ge­wie­sen wer­den muss. Zudem ging das Ober­lan­des­ge­richt davon aus, dass dem orts­kun­di­gen Klä­ger die Gefah­ren durch die gerin­ge Was­ser­tie­fe bekannt sein muss­ten.
Henn mahn­te, das Urteil zu beach­ten und ver­wies  bei Fra­gen u. a. auch auf die  DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de


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