(Kiel) Nach Auf­fas­sung des Ver­wal­tungs­ge­richts Koblenz ist eine Abga­be für den Deut­schen Wein­fonds nicht ver­fas­sungs­wid­rig.

Dar­auf ver­weist die Ham­bur­ger Fach­an­wäl­tin für Urhe­ber- und Medi­en­recht Karin Scheel-Pötzl von der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel unter Hin­weis auf das am 04.02.2010 ver­öf­fent­lich­te Urteil des Ver­wal­tungs­ge­richts Koblenz vom 16. Dezem­ber 2009, Az.: 5 K 639/09.KO.


Der Klä­ger, ein Win­zer von der Mosel, wen­det sich gegen die Erhe­bung einer Abga­be in Höhe von 76,09 € für den Deut­schen Wein­fonds durch die Orts­ge­mein­de Ellenz-Pol­ters­dorf. Die hier­ge­gen erho­be­ne Kla­ge wies das Gericht im Wesent­li­chen aus fol­gen­den Grün­den ab, betont Scheel-Pötzl:


Die Rechts­grund­la­ge für die Abga­be fin­de sich im Wein­ge­setz und der Lan­des­ver­ord­nung zur Durch­füh­rung des Wein­rechts. Danach sei im Regel­fall zur Beschaf­fung der Mit­tel für die Durch­füh­rung der Auf­ga­ben des Deut­schen Wein­fonds von den Eigen­tü­mern oder Nut­zungs­be­rech­tig­ten eine jähr­li­che Abga­be von 0,67 € je Ar der Wein­bergs­flä­che zu ent­rich­ten, sofern die­se mehr als fünf Ar umfas­se. Die­se Rege­lung sei ver­fas­sungs­ge­mäß. Bei der Abga­be für den Deut­schen Wein­fonds han­de­le es sich um eine zuläs­si­ge Son­der­ab­ga­be mit Finan­zie­rungs­funk­ti­on. Abga­be­pflich­tig sei­en Per­so­nen, die einer homo­ge­nen Grup­pe ange­hör­ten. Fer­ner sei die erfor­der­li­che spe­zi­fi­sche Sach­nä­he der Grup­pe der Abga­ben­pflich­ti­gen zu der zu finan­zie­ren­den Auf­ga­be gege­ben. Denn die Auf­ga­ben­stel­lung des Deut­schen Wein­fonds sei dar­auf aus­ge­rich­tet, die Qua­li­tät und den Absatz der Erzeug­nis­se aus den deut­schen Wein­an­bau­ge­bie­ten zu för­dern. Hier­bei han­de­le es sich zudem um eine grup­pen­nüt­zi­ge Tätig­keit.


Eine Ver­wen­dung der Mit­tel durch den Wein­fonds ver­sto­ße auch nicht gegen höher­ran­gi­ges EU-Recht. Auch bei Beach­tung der EU-recht­li­chen Vor­ga­ben blei­be für die Tätig­keit des Deut­schen Wein­fonds genü­gend Spiel­raum, um eine effek­ti­ve Absatz­för­de­rung für die jeweils betrof­fe­nen hei­mi­schen Erzeug­nis­se durch­zu­füh­ren. Dies bele­ge etwa die Ries­ling-Kam­pa­gne des Deut­schen Wein­fonds zur Ver­bes­se­rung des Images die­ser Reb­sor­te. Zudem die­ne die Abga­be dem Aus­gleich von Nach­tei­len, die die Win­zer beson­ders beträ­fen und die von die­sen selbst vor­aus­sicht­lich nicht oder jeden­falls nicht mit glei­cher Erfolgs­aus­sicht im trans­na­tio­na­len Wett­be­werb kom­pen­siert wer­den könn­ten. Über­dies kön­ne die Wein­wirt­schaft selbst die der­zeit vom Deut­schen Wein­fonds erfüll­ten Auf­ga­ben nicht in eben­so effi­zi­en­ter Wei­se erfül­len. Klei­ne Wein­gü­ter, Genos­sen­schaf­ten und Kel­le­rei­en, die das Gros der Erzeu­ger in deut­schen Anbau­ge­bie­ten aus­mach­ten, hät­ten oft­mals weder die finan­zi­el­le noch die per­so­nel­le Kapa­zi­tät, über­re­gio­na­le oder gar inter­na­tio­na­le Mar­ke­ting­maß­nah­men durch­zu­füh­ren. Ange­sichts all die­ser Umstän­de sei­en die nor­ma­ti­ven Rege­lun­gen zur Erhe­bung der Abga­be für den Deut­schen Wein­fonds auch unter Beach­tung der Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts ver­fas­sungs­ge­mäß.


Die Kam­mer hat gegen die­se Ent­schei­dung wegen grund­sätz­li­cher Bedeu­tung die Beru­fung zuge­las­sen.


Scheel-Pötzl emp­fahl, das Urteil zu beach­ten und bei ähn­li­chen Fäl­len auf jeden Fall Rechts­rat ein­zu­ho­len und ver­wies in die­sem Zusam­men­hang u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de  -


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