(Kiel) Eine Wer­bung mit ” Pra­xis für Psy­cho­the­ra­pie und Trau­ma­the­ra­pie” ohne wis­sen­schaft­li­che Aus­bil­dung mit Hoch­schul­ab­schluss ist unzu­läs­sig.

Dies hat das Land­ge­richt Olden­burg (LG) auf eine Wett­be­werbs­kla­ge eines Inter­es­sen­ver­ban­des gegen eine als Heil­prak­ti­ke­rin täti­ge Beklag­te ent­schie­den. Die Beklag­te ging gegen das Urteil in die Beru­fung. Auf Hin­weis des 1. Zivil­se­na­tes des Ober­lan­des­ge­richts Olden­burg (OLG) nahm die Beklag­te ihre Beru­fung zurück (Az: LG 15 O 1295/08). so die Ham­bur­ger Fach­an­wäl­tin für Urhe­ber- und Medi­en­recht Karin Scheel-Pötzl von der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Gerichts vom 05.06.2009.


Die beklag­te Heil­prak­ti­ke­rin hat­te sowohl in ihren Brief­bö­gen als auch auf ihrer Inter­net­sei­te mit der Über­schrift “Pra­xis für Psy­cho­the­ra­pie und Trau­ma­the­ra­pie” gewor­ben. Es folg­te ihr Name und eine Auf­lis­tung ihrer Tätig­keits­schwer­punk­te mit dem Hin­weis “Heil­prak­ti­ke­rin für Psychotherapie/ALH”. Die Klä­ge­rin hielt den­noch die Wer­bung mit der­ar­ti­ger Über­schrift für unzu­läs­sig und klag­te auf Unter­las­sung, da nicht hin­rei­chend deut­lich wür­de, dass die Beklag­te kei­ne appro­bier­te Psy­cho­the­ra­peu­tin im Sin­ne des Psy­cho­the­ra­peu­ten­ge­set­zes sei.


Das Land­ge­richt hat­te der Kla­ge statt­ge­ge­ben. Durch die Ver­wen­dung des Begriffs “Pra­xis für Psy­cho­the­ra­pie und Trau­ma­the­ra­pie” ohne Hin­weis auf die Tätig­keit als Heil­prak­ti­kern in der fett­ge­druck­ten Über­schrift wer­de bei dem ange­spro­che­nen Per­so­nen­kreis der Ein­druck erweckt, es han­de­le sich um eine The­ra­peu­tin mit abge­schlos­se­nem Hoch­schul­stu­di­um.


Gegen das Urteil des Land­ge­richts wen­de­te sich die Heil­prak­ti­ke­rin mit ihrer Beru­fung. Der 1. Zivil­se­nat des OLG wies die Beklag­te dar­auf hin, dass er die­se Wer­bung eben­falls für irre­füh­rend bzw. unzu­läs­sig hal­te, so Scheel-Pötzl.


Der Laie gehe bei ent­spre­chen­der Wer­bung davon aus, in der Pra­xis sei eine Psy­cho­the­ra­peu­tin mit Hoch­schul­ab­schluss tätig. Der Hin­weis im “Klein­ge­druck­ten” auf die
Heil­prak­ti­ker­tä­tig­keit genü­ge nicht, weil damit auch eine Zusatz­qua­li­fi­ka­ti­on gemeint sein könn­te. Die Trau­ma­the­ra­pie unter­lie­ge zwar nicht dem Richt­li­ni­en­ver­fah­ren des
Psy­cho­the­ra­peu­ten­ge­set­zes. Da die Trau­ma­the­ra­pie aber im Zusam­men­hang mit der Psy­cho­the­ra­pie­pra­xis auf­ge­führt sei, ent­ste­he der irre­füh­ren­de Ein­druck, die­se wer­de von einer aus­ge­bil­de­ten Psy­cho­the­ra­peu­tin mit Uni­ver­si­täts­ab­schluss aus­ge­führt. Für den Ver­brau­cher müs­se inso­weit aber die Aus­bil­dungs­grund­la­ge erkenn­bar sein. Auf den Hin­weis des Senats nahm die Beklag­te die Beru­fung sodann zurück. (1 U 120/08)


Scheel-Pötzl emp­fahl, das Urteil zu beach­ten und bei ähn­li­chen Fäl­len auf jeden Fall Rechts­rat ein­zu­ho­len und ver­wies in die­sem Zusam­men­hang u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de  -


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