, Beschluss vom 10.04.2019

Pres­se­mit­tei­lung des BFH Nr. 20 vom 10. April 2019

Kei­ne Anfech­tung der Kapi­tal­ertrag­steu­er- Anmel­dung nach Ein­kom­men­steu­er­fest­set­zung

Urteil vom 20.11.2018 VIII R 45/15

Die Anmel­dung der Kapi­tal­ertrag­steu­er durch ein Geld­in­sti­tut kann von dem Gläu­bi­ger der Kapi­tal­erträ­ge nicht mehr im Wege einer Dritt­an­fech­tungs­kla­ge ange­foch­ten wer­den, wenn die Kapi­tal­erträ­ge auf­grund eines Antrags nach § 32d Abs. 4 des Ein­kom­men­steu­er­ge­set­zes (EStG) bereits in die Steu­er­fest­set­zung mit ein­be­zo­gen wur­den und die abge­führ­te Kapi­tal­ertrag­steu­er auf die Steu­er­schuld ange­rech­net wur­de. Dies hat der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) in sei­nem Urteil vom 20. Novem­ber 2018 VIII R 45/14 in einem Fall ent­schie­den, in dem der Steu­er­pflich­ti­ge mit einer Dritt­an­fech­tungs­kla­ge der Kapi­tal­ertrag­steu­er-Anmel­dung des Geld­in­sti­tuts die Erstat­tung der Abgel­tungs­teu­er errei­chen woll­te.

Im Streit­fall behielt das Geld­in­sti­tut auf­grund einer „Ent­flech­tung (Spin-off)“ von Akti­en einer ame­ri­ka­ni­schen Kapi­tal­ge­sell­schaft Kapi­teler­trag­steu­er ein. Der Klä­ger war der Auf­fas­sung, dass die Ent­flech­tung der Wert­pa­pie­re nicht steu­er­pflich­tig sei und erhob nach dem Erlass des Ein­kom­men­steu­er­be­scheids, in den die Kapi­tal­erträ­ge auf­grund eines Antrags nach § 32d Abs. 4 EStG ein­be­zo­gen wor­den waren, eine Dritt­an­fech­tungs­kla­ge gegen die Kapi­tal­ertrag­steu­er-Anmel­dung des Geld­in­sti­tuts. Das Finanz­ge­richt (FG) hat die Kla­ge man­gels Rechts­schutz­be­dürf­nis­ses als unzu­läs­sig ver­wor­fen.

Der BFH hat die FG-Ent­schei­dung bestä­tigt und die Revi­si­on des Klä­gers zurück­ge­wie­sen. Zwar war der Klä­ger als Gläu­bi­ger der Kapi­tal­erträ­ge grund­sätz­lich befugt, die Kapi­tal­ertrag­steu­er-Anmel­dung des Geld­in­sti­tuts anzu­fech­ten. Jedoch hat­te sich die­se durch den Erlass des Ein­kom­men­steu­er­be­scheids erle­digt, da die­ser auf­grund des Antrags nach § 32d Abs. 4 EStG den Rege­lungs­ge­halt der Kapi­tal­ertrag­steu­er-Anmel­dung auf­ge­nom­men hat. Die Kla­ge war danach man­gels Rechts­schutz­be­dürf­nis­ses unzu­läs­sig.

Grund­sätz­lich hält der BFH die Beschrän­kung der Dritt­an­fech­tungs­kla­ge gegen eine Kapi­tal­ertrag­steu­er-Anmel­dung auch ver­fas­sungs- und euro­pa­recht­lich für zuläs­sig. Nicht ent­schie­den hat der BFH über die Fra­ge, wie eine Dritt­an­fech­tungs­kla­ge ohne einen Antrag nach § 32d Abs. 4 EStG zu beur­tei­len wäre und ob auf­grund der ab dem Ver­an­la­gungs­zeit­raum 2016 gel­ten­den Bin­dung des Geld­in­sti­tuts an die Ver­wal­tungs­auf­fas­sung nach § 44 Abs. 1 Satz 3 EStG der Prü­fungs­um­fang bei einer Dritt­an­fech­tungs­kla­ge wei­ter ein­ge­schränkt wird.

sie­he auch: Urteil des VIII. Senats vom 20.11.2018 — VIII R 45/15 -

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