, Beschluss vom 17.08.2018

a) Es ent­spricht der Lebens­er­fah­rung, dass ein Pro­spekt­feh­ler auch ohne Kennt­nis­nah­me des Pro­spekts durch den Anle­ger für die Anla­ge­ent­schei­dung ursäch­lich wird, wenn der Pro­spekt ent­spre­chend dem Ver­triebs­kon­zept der Fonds­ge­sell­schaft von den Anla­ge­ver­mitt­lern als Arbeits­grund­la­ge ver­wen­det wird, weil dann die Anle­ger auf ande­re als die im Pro­spekt genann­ten Risi­ken nicht hin­ge­wie­sen wer­den konn­ten (Fest­hal­tung an BGH, Urteil vom 3. Dezem­ber 2007 — II ZR 21/06, ZIP 2008, 412 Rn. 17).

b) Die­se Grund­sät­ze kön­nen nicht auf Aus­füh­run­gen im Pro­spekt über­tra­gen wer­den, die unter dem Gesichts­punkt einer Haf­tung wegen Ver­schul­dens bei Ver­trags­ver­hand­lun­gen wegen der Inan­spruch­nah­me per­sön­li­chen Ver­trau­ens durch einen Ver­tre­ter, Drit­ten oder Sach­wal­ter zu bewer­ten sind. Es kann nach der Lebens­er­fah­rung nicht davon aus­ge­gan­gen wer­den, dass sol­che Erklä­run­gen im Pro­spekt in das Auf­klä­rungs­ge­spräch ein­ge­flos­sen sind und die Anla­ge­ent­schei­dung beein­flusst haben.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen: http://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bgh&Art=en&Datum=Aktuell&Sort=12288&nr=86754&pos=1&anz=583