(Kiel) Ein Grund­stücks­ei­gen­tü­mer muss Blend­wir­kun­gen von einer das Son­nen­licht reflek­tie­ren­den Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge des Nach­barn nicht hin­neh­men. Das ent­schied das Ober­lan­des­ge­richt Düs­sel­dorf zu Guns­ten des kla­gen­den Eigen­tü­mers. Die­ser sah wegen des stark blen­den­den Son­nen­lichts vom Nach­bar­dach die Nut­zungs­mög­lich­kei­ten sei­nes Grund­stü­ckes ganz erheb­lich beein­träch­tigt.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Rechts­an­walt Jens Klar­mann, Lan­des­re­gio­nal­lei­ter „Schles­wig-Hol­stein“ der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Ober­lan­des­ge­richts Düs­sel­dorf (OLG) vom 2.08.2017 zu sei­nem Urteil vom sel­ben Tage, Az. I‑9 U 35/17.

Der Senat folg­te der Argu­men­ta­ti­on des Klä­gers und stell­te eine wesent­li­che Beein­träch­ti­gung durch das reflek­tier­te Son­nen­licht fest. Es trä­ten, wie der gericht­lich bestell­te Sach­ver­stän­di­ge bestä­tigt habe, an mehr als 130 Tagen im Jahr erheb­li­che Blend­wir­kun­gen (zum Teil als „Absolut“-blendung, zum Teil jeden­falls als Blen­dung mit Nach­bil­dern) auf. Die Blend­wir­kun­gen erstreck­ten sich zeit­wei­se über die gesam­te Grund­stücks­brei­te und dau­er­ten bis zu 2 Stun­den am Tag an. Die­se Beein­träch­ti­gung müss­te der Klä­ger nicht dul­den.

Die gesetz­ge­be­ri­sche Wert­ent­schei­dung zu Guns­ten der För­de­rung von Pho­to­vol­ta­ik­an­la­gen, wie sie im Erneu­er­ba­re-Ener­gi­en-Gesetz (EEG) zum Aus­druck kom­me, füh­re zu kei­ner grund­sätz­li­chen Dul­dungs­pflicht. Auch wenn der Gesetz­ge­ber Pho­to­vol­ta­ik­an­la­gen för­de­re, dürf­ten die­se nicht ohne Rück­sicht auf die Belan­ge der Nach­bar­schaft errich­tet wer­den. Die Blen­dung der Nach­bar­schaft durch Pho­to­vol­ta­ik­an­la­gen sei auch nicht als orts­üb­lich hin­zu­neh­men. Der Nach­bar mit der reflek­tie­ren­den Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge ist nun ver­pflich­tet, die Blen­dun­gen durch geeig­ne­te Maß­nah­men zu redu­zie­ren.

In der ers­ten Instanz vor dem Land­ge­richt Duis­burg hat­te der Klä­ger mit sei­nem Begeh­ren noch kei­nen Erfolg gehabt. Das Land­ge­richt hat­te die Kla­ge des Eigen­tü­mers abge­wie­sen. Vor dem Hin­ter­grund der gesetz­ge­be­ri­schen Wer­tung im EEG hat­te es eine grund­sätz­li­che Dul­dungs­pflicht ange­nom­men, unab­hän­gig vom kon­kre­ten Aus­maß der Beein­träch­ti­gung. Nach Auf­fas­sung des Sena­tes kommt es jedoch auf eine Ein­zel­fall­prü­fung und die jewei­li­ge kon­kre­te Beein­träch­ti­gung für die Nach­bar­schaft an.

Das Urteil ist noch nicht rechts­kräf­tig. Der Senat hat die Revi­si­on nicht zuge­las­sen. Hier­ge­gen kann Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de ein­ge­legt wer­den.

Klar­mann emp­fahl daher, dies zu beach­ten und bei Fra­gen auf jeden Fall Rechts­rat ein­zu­ho­len, wobei er in die­sem Zusam­men­hang u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de  — ver­wies.

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