(Brühl) Ein Bau- und Heim­wer­ker­markt, der eine Rabatt­ak­ti­on mit dem Slo­gan „20% auf alles“ durch­führt, ist wett­be­werbs­wid­rig, wenn der Ver­brau­cher im Ver­gleich zu dem in der Vor­wo­che gel­ten­den Preis für den Arti­kel kei­ne oder nur eine Erspar­nis von weni­gen Pro­zent­punk­ten erlangt.


Dies, so die Ham­bur­ger Fach­an­wäl­tin für Urhe­ber- und Medi­en­recht Karin Scheel-Pötzl von der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Brühl, sei die Kon­se­quenz eines soeben ergan­ge­nen Urteils des Bun­des­ge­richts­hofs vom 20.11.2008 (BGH AZ.: I ZR 122/06). In dem aus­ge­ur­teil­ten Fall hat­te ein Bau- und Heim­wer­ker­markt Anfang 2005 eine Rabatt­ak­ti­on mit dem Slo­gan „20% auf alles, aus­ge­nom­men Tier­nah­rung“ durch­ge­führt. Wie sich bei Test­käu­fen der „Zen­tra­le zur Bekämp­fung unlau­te­ren Wett­be­werbs“ her­aus­stell­te, hat­te in dem  Bau­markt jedoch bei vier Arti­keln unmit­tel­bar vor Beginn der Akti­on ein nied­ri­ger Preis gegol­ten, der jedoch  zum Akti­ons­be­ginn erhöht wor­den war, sodass sich nach Abzug des Rabat­tes von 20% auf den Akti­ons­preis für den Ver­brau­cher letzt­lich kei­ne oder nur noch eine sehr gerin­ge Erspar­nis im Ver­gleich zu dem noch in der Vor­wo­che gel­ten­den Preis ergab. Die­sem Ver­hal­ten, so die Urhe­ber- und Wett­be­werbs­rechts­ex­per­tin Scheel-Pötzl, habe der BGH nun mit sei­nem Urteil eine ein­deu­ti­ge Absa­ge erteilt. Bei Rabatt­ak­tio­nen mit der­ar­ti­gem Wort­laut kön­ne der Ver­brau­cher erwar­ten, dass er beim Kauf eines belie­bi­gen Arti­kels aus dem Sor­ti­ment im Ver­gleich zu vor­her auch tat­säch­lich eine Prei­ser­spar­nis in der ange­kün­dig­ten Höhe erzie­le. Die Her­auf­set­zung der Prei­se für Arti­kel aus dem Sor­ti­ment zu Beginn der Akti­on sei eben­so irre­füh­rend und damit wett­be­werbs­wid­rig wie die Wer­bung mit einem frü­he­ren Preis, der nur für kur­ze Zeit gegol­ten habe. Zur Ver­mei­dung von Kos­ten und lang­jäh­ri­ger Rechts­strei­te, hier vier Jah­re, emp­fahl Scheel-Pötzl allen Unter­neh­men, grund­sätz­lich auf irre­füh­ren­de Anga­ben bei Wer­be­maß­nah­men zu ver­zich­ten.


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